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1960 - 1971
Die zweiten 11 Jahre
Mit der gleichen Begeisterung unter den Verantwortlichen und Aktiven, mit denen die ersten elf Jahre endeten, wurde auch die neue Session 1959/60 begonnen. Die KAFRA festigte unter dem Vorsitzenden Alfons Wagner, Elferratspräsident Dr. med. Richard Fontaine, Literat Erich Fontaine und unserem unvergessenen Jupp Rupp – ein Mann für alle Fälle , unterstützt von einem guten Stamm eigener Büttenrednerinnen und Büttenredner, sowie den Gesangsgruppen der „Zitronen" und „Melonen", ihren guten Ruf unter den Freunden und Anhängern der Narretei durch weitere erstklassige Veranstaltungen. Dass die KAFRA sich auch nicht in „ihrem Weinhaus Arns" absonderte, sondern bei gegebenen Anlässen ihre Mitarbeit nicht versagte, zeigte sich z. B. beim 111 jährigen Jubiläum der „HIRLE“. So beteiligte sie sich an der Fremdensitzung „Die großen Vier in einer Bütt " am 24. Februar 1960, ferner am großen Festumzug der Hirle ( 22.Mai 1960) zum Abschluss ihres Jubeljahres. Alles in allem schloss sich die Session unter Prinz Josef I. (Jupp Rupp ) erfolgreich an die vorangegangenen Jahre an.
Das erste Prinzenpaar der Ritsch wurde 1959/60 Rudi I und Irene I (Rudi Löb und Irene Ney) . Erwin Schleich übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden. Erstmals wurde mit der IG Karnevals‑Umzug Kreuzberg Siedlu
ng wieder ein kleiner Umzug durchgeführt.
1961 reihte sich mit Georg Trompeter als Prinz Georg I . ein „Grand Charmeur“, in die immer längere Reihe unserer Prinzen ein. Sein Engagement beflügelte alle Aktiven, so z.B. die Damenriege Agnes und Gretel Rupp, Maria Rupp Blass, Gerda Hennrich und Maria Rupp Gautrein. Es war noch eine Zeit, in der man Büttenredner mit Mutterwitz und Einfallsreichtum zu allen Gelegenheiten parat hatte. Für alle Akteure wollte Karneval nichts anderes sein, als ein Teil des heiteren Lebens, in unserem
geliebten „Lautern". Die stets ausverkauften Sitzungen im damals noch großen Saal des Weinhauses Arns bewiesen, dass die KAFRA ein breites Publikum ansprechen konnte. Manchen Ärger brachte dem Kassierer jedoch der Kartenverkauf ein, weil einfach die Nachfrage größer als das Angebot an Karten war.
Mit Prinz Hans I. und Prinzessin Anna I. ( Hans Adam und Anna Waldner 1961) regierte ein besonders lebenslustiges Prinzenpaar die " NEUDORFER RITSCH ". Der Karnevalsumzug der IG Umzug Kreuzberg startet erneut unter dem Oberkommando von Prinz Hans I.
Alle Kappensitzungen und Bälle fanden in der Bergschenke statt. Erstmals wurde am 30. 04.1961 vor dem Gasthaus Molitor Bellmann ein Maibaum gesetzt und im Anschluss eine Maitanz Veranstaltung durchgeführt.
Im März 1962 hatte die KAFRA mit dem Tod von Dr. med. Richard Fontaine den schmerzvollen Verlust eines Mannes zu beklagen, der ihr und dem gesamten Fraulauterner Vereinsleben stets neue Impulse zu geben vermochte. Die Stunde des irdischen Abschieds vom „Doktor" gab uns noch einmal Gelegenheit, seine Verdienste um die „Lauterer Faasend" zu würdigen und Dank zu sagen für seine unermüdliche Tätigkeit in unserer Gesellschaft. Persönlich hatten wir einen guten Freund verloren, der durch seinen Tod eine große Lücke hinterließ.
Trotzdem und dennoch: mit Prinz Hermann I. ( Hermann Moser ) wurde die Session '62 beendet. Jupp Rupp, Alfons Wagner, Gert Heinz Haffner, Erich Fontaine und andere brachten wieder neuen Mut und den nötigen Schwung in die Gesellschaft. Neben unseren Sitzungen in Fraulautern gaben wir noch ein erfolgreiches Gastspiel in der " Kanone " in Siersburg, und zum Kehraus trafen sich Aktive und Vorstand an Fastnachtsdienstag in der Narrhalla Arns. Stets zu Diensten war immer unser Freund Hans Jenal. Alle technischen Tüfteleien oder der Auf- und Abbau der Dekorationen wurden zuverlässig ausgeführt immer war „Hännes“ zur Stelle.
Prinzenpaar der RITSCH wurde in der Session 1962 Prinz Josef I. und Irmtrud I. ( Josef Karb und Irmtrud Karb ) . Josef Karb war nicht nur ein Vollblutkarnevalist, sondern er verschrieb sich mit Leib und Seele diesem bunten Brauchtum und erfreute in den folgenden Jahren mit seinen gekonnten Büttenauftritten nicht nur die Lauterer, sondern er wurde weit über die Grenzen von Saarlouis als hervorragender Redner bekannt, anfangs als
Soloredner und dann in den 70er Jahren zusammen mit seinem Bruder Wendelin Karb
, als „Beppes und Schweppes". 1962 wurde im Bergmannsheim Ensdorf eine Kappensitzung für den Bergmannsverein ausgerichtet. Über 400 Besucher erlebten eine Bombensitzung. Es war die Zeit von Günter und Erwin Schleich, Agnes Ernst, Maria Schmitt, Ernst Müller und H.W. Thomas und natürlich das " Gesangsquartett ". Wegen dem Grubenunglück in Luisenthal wurden alle weiteren Veranstaltungen und der Umzug für dieses Jahr abgesagt.
Kurt Gergen übernahm, 1963 mit jugendlichen Schwung die Regentschaft. Er konnte erfolgreich eine Brücke zwischen gestandenen " Kafraner und jüngeren Akteuren schlagen.
Rudi I. und Sigrid I. ( Rudi Kessler und Sigrid Thome ) übernahmen die Regentschaft über die Siedlunger Narren. Hans Lesch wurde 1963 Präsident der RITSCH. In der Bergschenke wurden insgesamt 8 Hausbälle veranstaltet.
Mit unserem Ehrensenator Lorenz Mock, einem Mann der erstern Stunde, wurde 1964 ein Prinz gekürt, der für viele ein Vorbild noch heute mit ganzem Herzen in der G. K. G tätig ist. Eine gelungene Session begann, in der Büttenredner wie Mätti Maldener, Kilian Goubelmann, Herbert Dietrich, sowie Alfons Simon neue Glanzpunkte setzten. Für den guten Ton sorgten, wie immer, die Anlagen von Gerd Heinz Haffner, früher die seines Vaters, Anton Haffner. Das optische Bild wurde mittlerweile durch eine stramme weibliche Garde bestimmt, die von unserem sehr verdienten Hans Schleich trainiert und von Marlies Schmitt Gläsel betreut wurde. Als Zeremonienmeister war Hans Schleich zudem aus unseren Sitzungen nicht mehr wegzudenken.
Helmfried I. und Christel I . ( Helmfried Hassel und Christe Hassel ) wurden 1964 das Prinzenpaar der RITSCH. In der selbst bewirtschafteten Bergschenke wurden zahlreiche Kappensitzungen und Bälle ausgeführt. Für die freiw. Feuerwehr Oppen wurde im Gasthaus „Lückner" eine Kappensitzung veranstaltet, ebenfalls folgte die Gesellschaft mit dem kompl. Hofstaat einer Einladung nach Merlebach ins Hotel Central.
Einer großen Sorge ledig wurden die Verantwortlichen, als sich Adalbert Maring 1965 bereit erklärte, die Herrschaft von Kafranien anzutreten. Prinz Adalbert I . verstand es, mit der ihm eigenen Art alle Klippen und Tiefen im närrischen Seegang zu überwinden. Die Tradition der " Melonen " wurde in diesem Jahr von den " Bibis " fortgesetzt. Mit gewohnter Brillanz bilden sie, das heißt Hubert Arns ‑ wie bisher der Leiter der Gruppe Peter Speth, Hans Dieter Franz, Klaus Gergen, Georg Irsch, Walter Schleich und Franz Josef Feilen, seither den krönenden Abschluss jeder Kappensitzung. Sie sind einfach nicht mehr wegzudenken, so wie ihr späterer Hit „Links von der Bach und rechts von der Bach, wird in Lautern Faasend gemacht".
Reinhold I. und Erika I. ( Reinhold Lesch und Erika Bauer wurden 1965 das Prinzenpaar der RITSCH, Hermann Kessler übernahm das Amt des Präsidenten der RITSCH
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die KAFRA manchem Gardemädchen zu seinem Prinzen " verhalf. So eroberte " Lilo mit der Trompete " nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern auch das unseres Prinzen Eduard Schmitt, der 1966 mit viel Schwung und Unbekümmertheit das Narrenzepter in Fraulautern schwang.
Günter I. und Annette I. ( Günter Schmitt und Annette Tull ) waren das Prinzenpaar der RITSCH 1966. Mit Prinz Günter I. übernahm ein Mann das Zepter, der mit seinen Wortbeiträgen und vor allem als Bänkelsänger lange Jahre fester Bestandteil bei den Sitzungen der RITSCH wurde. Zusammen mit der RODEKA, damals von Präsident Herbert Dreger geführt, wurde im Februar des Jahres 66 eine Kappensitzung in Merlebach im Lokal Heinen ausgerichtet.
1967 wurde Georg Schmit als Prinz proklamiert. Auch Prinz Georg II. wusste die Jugend auf seiner Seite und nach einer erfolgreichen Session konnte er beruhigt seine Regentschaft an einen weiteren Prinzen namens Schmitt ( Hans Schmitt) übergeben ‑ denn aller guten Dinge sind bekanntlich drei.
Prinzenpaar der RITSCH wurde Manfred I. und Wiltrud I ( Manfred Krämer und Wiltrud Jansen) . 1967 übernimmt erneut Herr Hans Lesch das Amt des Präsidenten. Im gleichen Jahr nahm man am großen Fackelzug der Stadt Saarlouis teil und es fand erneut das Maibaumsetzen unter Mitwirkung des THW vor der Bergschenke statt.
Mit Hans I. (Hannee) trat ein Prinz an die Spitze des Narrenvolkes, der im wahrsten Sinne des Wortes ein Mann " vom Fach " war. Jahre vor und nachher war er als Büttenredner und Vorstandsmitglied aktiv tätig in der KAFRA.
Leider war es ihm 1968 infolge eines Trauerfalles nicht vergönnt, seine Regentschaft zu Ende zu führen. Wer ihn aber kannte, wusste, dass ein " nomol nääs " kein Fremdwort für ihn war.
Prinzenpaar 1968 wurde Hans Willi I . und Margot I. ( Hans Willi Thomas und Margot Thomas) . Mit Prinz Hans Willi I. stand dem RITSCHER Narrenvolk nicht nur ein exzellenter Karnevalist vor, sondern auch ein aktiver Schriftführer der RITSCH ‑ und Zeremonienmeister der Gesellschaft. Hans Willi Thomas war Vorsitzender der "damaligen Gesellschaft „Wampenschieber" Saarlouis ‑ Steinrausch und in der Figur des " Till " nicht mehr aus Saarlouiser Faasend wegzudenken.
1969 stand Prinz Hans I. ( Hannee ) erneut zur Verfügung. Zu erwähnen ist auch sein Bruder Alois, genannt " Alli ", der jahrelang als " Ausscheller vom Dienst " zu einem festen Bestandteil unseres Programms wurde. Glanzpunkt war wiederum Hubert Arns mit den " Bibbis ". Geschliffene Texte und stimmlich erste Wahl so hatten sie das Publikum auf ihrer Seite. Von ihren Auftritten zum Beispiel in Bouzonville künden Schlagzeilen wie " 15 Minuten Beifall " oder " Bibis nicht zu überbieten".
Karl Heinz I. und Margret I. ( Karl Heinz Ahrweiler und Margret Federmann )wurden Prinzenpaar der RITSCH.
In der KAFRA kann jeder junge Mann das Narrenzepter, den „Battis" Kafra Jargon im Tornister tragen, wie zum Beispiel 1970 Prinz Michael I. ( Michael Maul ) . Er diente sich vom Standartenträger über den Hofmarschall zum Prinzen herauf.
1969/70 war das Jubiläumsjahr 1 x 11 Jahre der RITSCH, Prinzenpaar wurde Gerhard I. und Hilde I. ( Gerhard Jacob und Hilde Jacob Zum guten Gelingen der Jubiläumsveranstaltungen trugen die Büttenredner Erwin Schleich, Günter Schleich, Josef Karb, H.W. Thomas, Reinhold Lesch, Ernst Müller, Maria Schmitt und Agnes Ernst mit Witz und Geschick bei, nicht zu vergessen das Gesangsquartett unter der Leitung von Hans Lesch. Alle Veranstaltungen fanden in der eigen Gaststätte der RITSCH „Bergschenke" statt und man muss hier das Zäpferehepaar Josef Karb und Frau Irmtrud erwähnen, denn ohne die beide wäre so manches nicht möglich gewesen. Mit der Stadtgarde Rot Weiß Speyer fand eine erste Begegnung im Januar des Jahre 1970 in Speyer statt. Es entstand eine enge Freundschaft mit den Pfälzer Karnevalisten.
1971 gab es bei der KAFRA das Novum, dass erstmals ein Prinzenpaar, Prinz Klaus I. und Ursula I. ( Klaus Huffer und seine Frau Ursula ) das närrische Zepter übernahmen. Für viele Anhänger der KAFRA bedurfte dieser Umstand einer Erklärung, welche auch von allen verstanden wurde.
Prinzenpaar der RITSCH wurde Helmut I. und Lilli I. ( Helmut Westhofen und Lilli Westhofen). Hermann Kessler wurde erneut Präsident der RITSCH. Besonders zu erwähnen ist die „Risiko Sitzung " eine Gemeinschaftssitzung der Siedlergemein., Kirchenchor, Pensionärsverein, Hundeverein, Taubenverein, Angelsportverein, Skatchlub, TFC und RITSCH.
Die zweiten elf Jahre erscheinen so im Rückblick als erfolgreiche Phase, verbunden mit den Höhen und Tiefen, die jeden Verein und seine Entwicklung kennzeichnen. Wir waren auch bestrebt, uns in der Gemeinschaft der Fraulauterner Vereine zu integrieren, um der Gefahr entgegen zu treten, als " Clique " betrachtet zu werden. Die KAFRA und die RITSCH haben dieses alte Vorurteil durch ihre Aktivitäten widerlegt, bestätigt durch die Mitgliederlisten, die eine gesunde Sozialstruktur der Vereine auswies.
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