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1949 - 1960
Die ersten 11 Jahre
1949 entschlossen sich einige Enthusiasten des damaligen Ortsinteressenvereins, eine Karne
valsgesellschaft ins Leben rufen. Die noch bekannten Gründungsmitglieder waren Dr. R. Fontaine, Erich Fontaine, Anton Haffner, Dr. Hahn, Franz Mathieu, Lorenz Mock und Georg Trompeter. Als erstes musste für den neuen Verein ein Name gefunden werden. nach längerer Diskussion einigte man sich auf „KAFRA“ Karnevalsgesellschaft Fraulautern. Erster Präsident wurde Dr. Richard Fontaine. Neben dem Herren - Elferrat gab es auch bald einen Damen ‑ Elferrat. Zunächst fanden die Kappensitzungen noch in den Räumen des Café Wenzel und im Hotel zur Post statt, da die Säle infolge des zweiten Weltkrieges zerstört waren. Um sich dennoch der Öffentlichkeit zu präsentieren, startete man am Fastnachtsdienstag 1950 einen Umzug, der durch die Beteiligung aller Fraulauterner Vereine ein großer Erfolg wurde. Im Gegensatz zum Vorjahr standen 1950/51 gleich zwei Säle zur Verfügung, das Vereinshaus ( Weinhaus Arns ) und der Schlosshof, in denen unter der Regentschaft des ersten Prinzen der KAFRA, Jakob I. ( Jakob Hennrich), ein umfangreiches Programm ablief: Kappensitzungen und Kostümfeste für die Großen, Kinderkarneval für die Kleinen. Einen letzten Höhepunkt dieser Session bildete der Fastnachtsumzug, der diesmal noch prächtiger und größer als 1950 bei sonnigen Wetter ca. 6000 bis 8000 Zuschauer anlockte. Mit Bravour meisterte im
Jahr darauf ( 1952 ) Prinz „Heinrich I." ( Heinrich Ney ) seine karnevalistischen Aufgaben, wohlvorbereitet durch seine langjährige Praxis bei der Volksbühne. Bis 1953 war die Zahl der Büttenredner und Gesangsgruppen so groß geworden und ihre Beitrage so gut, dass man Schwierigkeiten hatte, sie alle an den Kappensitzungen auftreten zu lassen. Unter anderen waren es Berti Bellmann, Joe Bellmann, Maria Rupp Blass, Herbert Dietrich, Reinhold Eisenbarth, Erich Fontaine, Dr. Fontaine, Maria Rupp Gautrein, Maria Pese, Agnes Rupp, Gretel Rupp, Hans Schleich, Erwin Uhl und Alfons Wagner. Sie standen der KAFRA auch in den folgenden Jahren zur Verfügung und b
ildeten so eine wesentliche Stütze des jewe ilige n Programms. Ein Karnevalserlebnis besonderer Art wurde der schon traditionelle Umzug an Fastnachtsdienstag für den Prinzen " Erich 1. " ( Erich Fontaine 1963). Ihm sitzt heute noch der Schrecken von damals im Nacken, als die Pferde seines Prinzenwagens durchgingen. der Wagen sich selbstständig machte und der Prinz wie eine Saturnrakete abhob.
1954 gab es einen Wechsel in der Vereinsspitze: Dr. Fontaine gab das Präsidentenamt an Erich Fontaine ab. Als Prinz wurde Hans Schleich gewählt, dessen stilgerechtes Auftreten eine langjährige Bühnenerfahrung verriet. Zudem füllte der Junggeselle die Kappensitzungen mit ledigen Damen aus nah und fern.
Unmittelbar vor der Eröffnung der Session 1955 entschloss sich Dr. Fontaine, inzwischen Ehrenpräsident der KAFRA, das Amt des Prinzen zu übernehmen, nachdem der vorgesehene Prinz kurzfristig abgesagt hatte. Viel Staunen und Beifall gab es dann bei der trotz starken Regens und drohenden Hochwassers -überfüllten Eröffnungssitzung im Weinhaus Arns, als beim Einzug des närrischen Hofstaates "Richard I " in einem prunkvollen Prinzenkostüm und sein als " Bluthund " verkleideter Rehpinscher "Ami " die festlichgeschmückte Narrhalla betraten. Das Hochwasser der Saar vom 16. bis 18. Januar und der dadurch angeschwemmte Koks sorgten auf den weiteren Sitzungen für ausreichenden Büttenstoff . So gab es schon auf der Damenkappensitzung am 19. 1. eine Koksliedersammlung der " Profis " die inzwischen schon ein fester Bestandteil jeder Kappensitzung waren; sie begeisterten das Publikum immer
wieder durch ihre aktuellen Songs und " Großkoksfischer " Richard I. wartete gleich mit zwei gut bebilderten Balladen auf. Für eine angenehme Auflockerung des Programms sorgte das Mundharmonika Trio Haffner, mit seinen neuesten Schlagern, die gut einschlugen. Ein unvergessener Höhepunkt wurde das Kostümfest " Karneval in Venedig
Frau Christel Langer hatte mit ihren Helfern eine großartige und wirklichkeitsgetreue Dekoration mit zahlreichen nachgebildeten Kanälen, Palästen, Brücken, Inseln und dem Markusplatz in den Saal hineingezaubert, und neben einer „Trottoria" lud ein „echt italienischer" Obststand zur Selbstbedienung ein. Eine ausgelassene, fast " südländische Stimmung, die nachträglich nicht zu beschreiben ist, erfasste alle Anwesenden. Selbst die Polizeistreife, die damals noch stündlich ihren Kontrollgang machte, war so begeistert, dass sie bei jeder neuen Runde andere Kollegen mitbrachte, um auch denen einen Eindruck zu vermitteln, wie bei der KAFRA Kostümfeste gefeiert werden. Es war einfach eine " rauschende Ballnacht ".
Inzwischen war die KAFRA bis an die Landesgrenzen als Hochburg des saarländischen Karnevals bekannt. Immer mehr Vereine traten an sie mit dem Wunsch heran, auch bei ihren Kappensitzungen mitzuwirken. Diese neuen Aufgaben wurden unter dem folgenden Prinzen, Alfons I. ( Alfons Wagner, 195
6 ) gerne wahrgenommen. Er, wie auch seine Nachfolger, Erwin I. (Erwin Uhl, 1957 ) und Fritz I. (Fritz Gergen, 1958 ), vermochten aufgrund ihrer langjährigen Praxis weitere Maßstäbe zu setzen. Erwin Uhl löst nach seiner Tätigkeit als Prinz auch den bisherigen Präsidenten in seinem Amt ab. Inzwischen war die KAFRA zehn Jahre alt.
Im gleichen Jahr wurde auf dem "Lauterer Kreuzberg " die KG RITSCH gegründet. Gründungsmitglieder bei der Gründungsversammlung waren Heinrich Ney, Hans Adam, Erwin Schleich, Theo Drouin, Josef Schleich, Rudi Kessler, 'Walter Kessler, Mathias Blau, Hermann Kessler, Maria Bastong, Robert Kessler, Annemarie Waldner, Herbert Zech, Günter Schleich, Anna Waldner. Im ersten Jahr betätigte sich der Verein ausschließlich im Oberdorf, aber bereits 1959 und 1960 fanden nicht nur eigene Sitzungen in Bergschenke Fraulautern statt, sondern man führte bereits auswärts Gastveranstaltungen in Freymingen, Puttelange und Saargemünd durch. 1. Präside
nt der RITSCH war Heinrich Ney.
Mit 24 Jahren übernahm 1959 " Gert Heinz I." ( Gerd Heinz Haffner als bis dahin jüngster Prinz das Narrenzepter. Unter seiner Leitung startete u. a. ein großes Kostümfest, in dem als Weinkeller prächtig dekorierten Saal. Für ausgezeichnete Stimmung sorgte das damals bekannte französische Tanz und Show Orchester „Victor Thiel". Leider kam es 1959 zu keinem Karnevalsumzug mehr. Die finanziellen Aufwendungen für Material und Musikkapellen waren zu groß geworden, so dass die KAFRA und die beteiligten Fraulauterner Vereine diese nicht mehr tragen konnten. Zum erstenmal gab es auch eine Gemeinschaftssitzung der vier größten Karnevalsgesellschaften HIRLE, LIGEKA, RODEKA und KAFRA , „Die großen Vier in einer Bütt". Schon Tage vorher war diese Veranstaltung im damaligen „Saalbau" in Saarlouis ( 800 Plätze ) ausverkauft. Sie wurde zudem vom Saarländischen

Rundfunk live übertragen. Besonders glänzten mit eigenen Texten und musikalischen Arrangements zur Kommunal und Weltpolitik, die schon seit Jahren allseits bekannten „Melonen“ ( hervorgegangen aus den früheren „Profis") Unter der Leitung von Hubert Arns waren dies noch H. Ney, W. Müller, A. Ney, P. Hennrich, M. Maldener und H. Dietrich.
Viele weitere Höhepunkte und Erfolge der 50er Jahre könnten hinzugefügt werden. Sie waren jedoch nur, darauf will ich an dieser Stelle noch hinweisen allein durch den großen Einsatz zahlreicher genannter und ungenannter Akteure und Helfer möglich, denn diese bilden immer die Basis eines blühenden Vereinslebens.
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